Kulturreisen
Vereinsfahrt nach Lille 2025
02. - 05. Oktober 2025
Die Reise ist leider ausgebucht!
Liebe Mitglieder und Freunde des Deutsch-Französischen Freundeskreises Wachenheim- Cuisery
Dans le ch'nord tu pleures deux fois: eul première in arrivant,
et l'chegonde, pasqué tu veux pu arpartir.
Im Norden weinst du zwei Mal: das erste Mal, wenn du ankommst,
und das zweite Mal, weil du nicht mehr weg willst.
Ja, ihr habt den Spruch richtig interpretiert: in diesem Jahr geht unsere Reise in den Norden Frankreichs, nach Lille. Und wenn euch das Französisch des Sprichworts etwas seltsam vorkommt, so ist das kein Wunder, handelt es sich doch um einen Dialekt, der in Nordfrankreich gesprochen wird. Denn was den Pfälzern ihr Pfälzisch ist, das ist den Lillern ihr Ch‘ti.
In dem bewährten Rhythmus unserer Vereinsfahrten können wir in diesem Jahr wieder mit einer mehrtägigen Reise neue Kapitel unserer Reiseabenteuer schreiben.
Lille liegt unweit der belgischen Grenze und ist mit ihren über 240.000 Einwohnern Zentrum der Europäischen Metropolregion Lille, zu der auch Roubaix, Tourcoing und Villeneuve d‘Ascq gehören. Die Metropolregion hat insgesamt 3,5 Millionen Einwohner. Vom hochmodernen Bahnhof Lille-Europe erreicht man mit dem Eurostar durch den Ärmelkanaltunnel London in drei Stunden.
Schon die Altstadt von Lille ist ein Schatzkästlein. Hier fühlt man sich fast wie in Flandern: Typisch flämisch ist der Beffroi, der Glockenturm, der als Teil der Industrie- und Handelskammer den Wohlstand der Liller Kaufmannschaft repräsentiert und von dessen Höhe aus man einen guten Überblick über die Stadt hat. Charakteristisch sind auch die bunten Häuser: rote Backsteinmauern kontrastieren mit Fensterlaibungen und Ornamenten aus hellem Stein.
Maisons lilloises
Rue du vieux Lille
Der Place du Général de Gaulle
Das lebendige Herz der Altstadt von Lille, der Place du Général de Gaulle, ist umgeben von stattlichen flämischen Renaissance- und Barockgebäuden mit neoklassizistischen Fassaden. Er ist bei den Einheimischen unter dem Namen „Grand Place“ bekannt und ein beliebter Treffpunkt. Hier findest du auch zahlreiche Cafés, in denen du gemütlich einen Cappuccino schlürfen kannst. Er lädt zum Flanieren und Verweilen auf den umliegenden Terrassen oder auch zum Schmökern bei den Bouquinisten im Innenhof der Vieille Bourse ( Alte Börse).
In der Mitte des Platzes erinnert das bronzene Denkmal der Göttin an den Widerstand von Lille gegen die österreichische Belagerung im September 1792. Das Denkmal wurde im Jahr 1845 vom französischen Bildhauer Théophile Bra gefertigt. Er hat übrigens auch die Flachreliefs am Arc de Triomphe in Paris erschaffen.
Die Göttin hält einen Luntenstock, mit dem die Lunten der Kanonen angezündet wurden. Auf dem Sockel befindet sich eine eingravierte Inschrift, die auf Deutsch übersetzt „Die mutige Antwort des Bürgermeisters von Lille, André, der sich weigerte, die belagerte Stadtaufzugeben“ bedeutet.
Place du Général de Gaulle (Grand-Place)
Vieille Bourse
Die Vieille Bourse
An der Südseite des Place du Général de Gaulle befindet sich einer der schönsten Gebäudekomplexe von Lille: die Vieille Bourse wurde im Jahr 1652 errichtet und besteht aus 24 Häusern, die einen Arkadenhof umgeben. Der Innenhof ist eines der besten Beispiele für den kunstvollen flämischen Barockstil. In der Mitte des Hofes steht ein Denkmal für Napoleon Bonaparte.
Cathédrale de la Treille
Die Cathédrale de la Treille verbindet auf ungewöhnliche Weise Neugotik und Moderne miteinander und bietet so Anlass für Diskussionen.
Überrascht ist man, wenn man hört, dass das Palais des Beaux-Arts von Lille, dessen Besichtigung vorgesehen ist, nach dem Pariser Louvre das zweitgrößte Museum Frankreichs ist. Es befindet sich in einem repräsentativen Bau aus dem 19. Jahrhundert und verfügt über eine beeindruckende Sammlung von Werken u.a. von Rubens, Goya, Renoir und Rodin.
Ein zweites, kleines Museum ist für uns, die wir uns der deutsch-französischen Freundschaft verschrieben haben, besonders berührend. Es ist das Geburtshaus von Charles de Gaulle, der im Haus seiner Großeltern mütterlicherseits 1890 das Licht der Welt erblickt. Obwohl er nach seiner Geburt nur wenige Monate in Lille verbleibt – die Eltern leben seit ihrer Heirat in Paris – bleibt Charles ein Leben lang ein Kind Nordfrankreichs oder wie er selbst in seinen Kriegsmemoiren schreibt : er bleibt ein kleiner Lille-Bürger aus Paris.
Die Zitadelle von Vauban, dem großen Festungsbaumeister Ludwigs XIV. ist die am besten erhaltene Festung Vaubans und wird immer noch militärisch genutzt. Sie ist deshalb im Inneren nicht zugänglich, was für uns nicht weiter schlimm ist, haben wir doch bei unserer letzten Reise nach Bitche das Innere einer Zitadelle ausführlich kennen gelernt.
Die Métro: Sie ist für Wachenheimer Rhein-Hardtbahn-Nutzer eine Sensation. Sie fährt auf einigen Linien führerlos, zentral gesteuert und super pünktlich.
Wir werden bei unserem Besuch in Lille schnell merken, dass sie eine wahrhaft junge Stadt ist. Mit mehr als hunderttausend Studenten ist die Université de Lille – Nord de France eine der größten in Frankreich. Das wirkt sich auch auf das kulturelle Leben der Stadt aus: eine künstlerische Avantgarde hat sich etabliert, unterstützt von zahlreichen Galerien. Immer neue Musikgruppen finden Gehör. Verschiedene kleine Theater spielen ein aktuelles Programm. Natürlich haben die traditionellen Institutionen, Oper, Schauspiel und Konzertsäle ebenso ihre Liebhaber. So wie die Kultur, so profitiert auch die Gastronomie von der Vielzahl der Studierenden: unzählige Bars, Cafés und originelle Kneipen säumen die Altstadtgassen.
Auch außerhalb der Stadt gibt es in der näheren Umgebung viel zu entdecken.
- So werden wir in Roubaix das Piscine besuchen, ein ehemaliges Jugendstil – Schwimmbad, das heute das Musée d’Art et d’Industrie beherbergt.
- In Croix werden wir die Villa Cavrois besichtigen, ein architektonisches Meisterwerk, das von 1929-1932 von Robert Mallet Stevens für die Industriellenfamilie Cavrois erbaut wurde.
Haben wir euer Interesse an dieser Stadt, die wirklich im Zentrum Nordwesteuropas steht und die Dank ihrer kulturellen Vielfalt und Dynamik 2004 als europäische Kulturhauptstadt ausgezeichnet wurde, geweckt? Im weitern Anhang findet ihr Informationen zum Reiseverlauf und einen Anmeldebogen.
Wir freuen uns sehr auf das gemeinsame nordfranzösische Reiserlebnis und senden einstweilen herzliche Grüße. Für den DFFK Wachenheim-Cuisery Barbara und Karl Walter Maichel